Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

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Zielsetzung des Kompetenzzentrums für Global Business Management


Die ökonomische Welt hat sich durch den Globalisierungsprozess besonders verändert. Im Rahmen dieser Entwicklung werden Güter und Dienstleistungen längst nicht mehr nur innerhalb nationaler Grenzen produziert, vielmehr erfolgt die Wertschöpfung innerhalb länderübergreifender Strukturen. In diesem Zusammenhang sprechen wir daher von internationalen oder globalen Wertschöpfungsnetzen, in denen multinationale Unternehmen und Unternehmensverbünde in zahlreichen Ausgestaltungen immer mehr Bedeutung erlangen. So finden nach dem World Investment Report 2002 der UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) bereits ein Drittel des Welthandels innerhalb multinationaler Unternehmen statt. Die Dynamik dieses Phänomens verdeutlicht auch eine andere Zahl: Während zwischen 1990 und 2000 die weltweite Wertschöpfung pro Jahr mit 4 Prozent im Schnitt gewachsen ist, haben grenzüberschreitende Unternehmenszusammenschlüsse und Beteiligungen pro Jahr um rund 22 Prozent zugenommen.

Diese Entwicklung stellt sowohl die Unternehmen als auch die nationale Wirtschaftspolitik vor neue Entscheidungssituationen. So müssen Unternehmen u.a. über die Auslagerung von bestimmten Aktivitäten, den optimalen Standort und die Gestaltung internationaler Distributionswege entscheiden. Globale Märkte bieten zudem mehr Möglichkeiten für die Produkt- und Preisgestaltung. Gleichzeitig muss aber auch nationales Kundenverhalten in den betreffenden Ländern berücksichtigt werden. Ansatzpunkte bietet hierfür das Pricing and Revenue Management. Aufgrund des steigenden Finanzbedarfs nutzen die Unternehmen die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung in internationalen Märkten. Dabei bringt die internationale Ausrichtung besondere Risiken mit sich. Sie müssen, neben Wechselkurs- und Länderrisiken, die Auswirkungen unterschiedlicher Steuersysteme und –abkommen auf ihre Unternehmensbewertung und ihre Kapitalkosten berücksichtigen. Wie sehen diese Auswirkungen explizit aus und wie können diese Risiken reduziert werden? Neben den Anforderungen an die Unternehmen selbst, steigen auch die Ansprüche an die Informations- und Kommunikationstechnologie, um eine effiziente Zusammenarbeit und reibungslosen Informationsfluss zwischen den Geschäftspartnern zu gewährleisten. Außerdem benötigen Führungskräfte gerade im internationalen Kontext Management-Support-Systeme, die sich individuell an ihre Bedürfnisse zur Datenverarbeitung für Unternehmensentscheidungen anpassen. Darüber hinaus erlangt eine unternehmensübergreifende Sichtweise eines integrierten, IT-unterstützten Ertrags-/Risikomanagements im Zuge von Basel II eine wachsende Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmungen. Die veränderten Rahmenbedingungen erfordern zudem eine Anpassung der nationalen Wirtschaftspolitik. Vor dem Aspekt eines „Nachhaltigen Wirtschaftens“ ist eine effiziente Beschaffungsstruktur von Sekundärrohstoffen als Alternative zu Primärrohstoffen sowohl für die Unternehmen als auch für die Volkswirtschaft insgesamt aus umweltpolitischer Sicht entscheidend. Die optimale Ausgestaltung von globalen Kreislaufwirtschaftssystemen bietet hierfür einen vielversprechenden Ansatz. Die Entstehung und Verbreitung von Wissen und Innovationen stellen zentrale Elemente für die Entwicklung von Volkswirtschaften dar. Wie erfolgt dieser Prozess in unserer veränderten ökonomischen Welt und wie kann die Wirtschaftspolitik hier unterstützen? Im Zuge der Globalisierung steigt zudem die Bedeutung von Regionen als Standorte. Wie sollte in diesem Zusammenhang eine erfolgreiche Standortpolitik aussehen?

Folglich zeigt die globale Wertschöpfung den verstärkten Bedarf an Ökonomen, die ein dynamisches, internationales Wirtschaftsumfeld verstehen und gestalten können. Das Kompetenzzentrum für Global Business Management hat aus diesem Grunde zum Ziel, diese anwendungsorientierte Forschung auf hohem methodischem Niveau eng mit der Lehre und der wissenschaftlichen Weiterbildung zu verzahnen.

Ziel des GBM-Kompetenzzentrums ist die tiefgehende, intra- und interdisziplinäre Erforschung aller wesentlichen volks- und betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge internationaler Wertschöpfungsnetze, um Unternehmen und Wirtschaftspolitik Orientierung in den anhaltenden Globalisierungsprozessen zu geben. Unser Anspruch ist, in intra- und interdisziplinärer Weise gesellschaftlich relevante Fragestellungen zu untersuchen, signifikante Beiträge für die Wissenschaft zu leisten und den Transfer der Forschungsergebnisse in universitäre Lehre und die Praxis sicherzustellen. Das GBM-Kompetenzzentrum kooperiert zudem mit anderen Fakultäten der Universität Augsburg, insbesondere mit dem Kompetenzzentrum „Augsburg Center for Global Economic Law and Regulation“ der Juristischen Fakultät.

Um diesen Zielen gerecht zu werden engagieren sich die beteiligten Professoren im Rahmen des Global Business Managements in diversen Forschungsprojekten.