Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

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Laufende Forschungsprojekte

Wachstum und Inflation

(Prof. Dr. A. Maußner)

Empirischen Studien zufolge ist der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Inflation nicht-linear. Viele Querschnittsstudien finden zwar einen negativen Einfluss der Inflationsrate auf die Wachstumsrate der Wirtschaft. Indes ist dieser Zusammenhang für Länder mit niedrigen Inflationsraten nicht eindeutig. Das Projekt untersucht im Rahmen von Modellen des endogenen Wachstums mit friktionellen Arbeitsmärkten mögliche Verbindungen zwischen der Höhe der Inflationsrate, der Wachstumsrate des Pro-Kopf-Einkommens und der Arbeitslosenrate.

Literatur:

Marktfriktionen, Geld und Konjunktur

(Prof. Dr. A. Maußner)

In friktionslosen Konjunkturmodellen haben monetäre Schocks Beschäftigungseffekte, die der empirischen Erfahrung zuwider laufen. Können Marktfriktionen, wie Marktmacht, Kosten der Preisanpassung und Lohnkontrakte, dieses Bild ändern? Welche Verteilungswirkungen sind unter diesen Umständen zu erwarten? Welchen Beitrag leisten diese Friktionen zur Lösung des Equity Premium Puzzles?

Literatur:

Lösung stochastischer, dynamischer allgemeiner Gleichgewichtsmodelle

(Prof. Dr. A. Maußner)

Stochastische, dynamische allgemeine Gleichgewichtsmodelle sind zu einem wichtigen Werkzeug der Makroökonomen geworden. Zur Lösung dieser Modelle stehen eine Reihe von Verfahren aus dem Bereich der numerischen Mathematik zur Verfügung. Wir untersuchen die Genauigkeit verschiedener Lösungsverfahren und gehen der Frage nach, welche der Verfahren auf Modelle mit großem Zustandsraum übertragbar sind.

Literatur:

Geldhaltung und Lebenszyklus

(Prof. Dr. A. Maußner)

In Modellen mit einem repräsentativen Haushalt lässt sich die Geldnachfrage auf verschiedene Arten motivieren. Dazu zählen der Vorauskassenansatz, die Berücksichtigung von Transaktionskosten sowie Geld als Argument der Nutzenfunktion. Wir gehen der Frage nach, ob diese Ansätze auch die empirische Verteilung der Geldbestände innerhalb und zwischen den Generationen erklären können.

Literatur:

Räumliche und zeitliche Determinanten der Wissensdiffusion

(Dr. habil. T. Klarl)

Wissen, wie Humankapital, ist ein essentieller Wachstumstreiber von Volkswirtschaften. Bis heute ist allerdings nicht eindeutig belegt, welche Kräfte die Diffusion von Wissen sowohl in zeitlicher, als auch in räumlicher Hinsicht begünstigen bzw. behindern. Sowohl die Heterogenität von Regionen, wie auch Netzwerkeffekte können als signifikante Erklärungsgrößen für die Diffusion von Wissen identifiziert werden.

Literatur:

Regionale Produktivität und Wissensspillover

(Dr. habil. T. Klarl)

Die Produktivität von Regionen wird häufig durch die Produktivität benachbarter Regionen beeinflusst. Welchen Einfluss haben beispielsweise Arbeitsmarktmaßnahmen in einer bestimmten Region für andere Regionen?

Literatur:

Natürliche Resourcen und (endogenes) Wachstum

(Dr. habil. T. Klarl)

Im Rahmen dieses Projektes werden aktuelle Problemfelder im Spannungsfeld Ressourcenökonomik und Wachstum behandelt. Hierbei geht es u.a. um Fragen des optimalen Ressourcenmanagement bei sich zeitlich veränderten Marktbedingungen oder um die optimale Ausgestaltung von Fiskalpolitik im Kontext von Extremwetterereignissen und Klimawandel.

Literatur:

Ökologische Nachhaltigkeit und Bevölkerungsalterung

(Dr. habil. T. Klarl)

Der sich in weiten Teilen der Industriestaaten vollziehende demographische Wandel birgt neue Herausforderungen für die Ausgestaltung einer nachhaltigen Umweltpolitik. So ist beispielsweise die Frage zu beantworten, ob und wenn ja in welchem Ausmaß altruistische Motive der Schlüssel für eine nachhaltige Umweltpolitik sein können. Diese Projekt wird in Kooperation mit Prof. Dr. Sebastian Kranz von der Universität Ulm durchgeführt.

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Vermögenspreise und Geldpolitik

DFG

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Schwerpunktprogramm 1578 "Financial Market Imperfections and Macroeconomic Performance"

(Prof. Dr. A. Maußner, H. Ruf, M. Flor)

Sollten Zentralbanken auch die Entwicklung von Vermögenspreisen im Auge behalten? Die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise unterstreicht die Aktualität dieser Frage nach der geldpolitischen Strategie. Obwohl bereits eine Reihe von Studien dieser Frage nachgegangen sind, steht eine definitive Antwort noch aus. Innerhalb zweier Teilprojekte soll die Forschung auf diesem Gebiet vorangebracht werden:

Im ersten Teilprojekt sollen vorhandene Modelle mit einem repräsentativen Haushalt weiterentwickelt werden. In dem so geschaffenen Rahmen werden Simulationsstudien Aufschluss darüber geben, welche Wirkung eine auch an Vermögenspreisen orientierte Geldpolitik auf das Ausmaß konjunktureller Schwankungen und die Wohlfahrt des repräsentativen Haushalts hat. Der zu entwickelnde Rahmen soll zwei Verbesserungen bringen: 1) er soll mehrere Transmissionskanäle der Geldpolitik abbilden (den Zinskanal, den finanziellen Akzelerator, und den Bankbilanzkanal), 2) er soll bekannte Fakten zu Vermögenspreisen und zum Konjunkturzyklus replizieren.
Die Geldpolitik sollte darüber hinaus nicht allein am Stabilisierungsziel gemessen werden, sondern auch an den Verteilungseffekten von Finanzkrisen, die zu Anpassungen der Vermögensstruktur und -preise führen. Daher soll in einem zweiten Teilprojekt ein bereits entwickelter Modellrahmen (s. Projekt "Marktfriktionen, Geld und Konjunktur") zu den Verteilungswirkungen der Inflation um zusätzliche Kanäle erweitert werden. Im Rahmen eines Modells mit überlappenden Generationen sollen die Rolle der öffentlichen Verschuldung des Immobilienvermögens und der Arbeitslosigkeit, die zu Schwankungen im Erwerbseinkommen führt, studiert werden.

Literatur:

Integration von Finanzmärkten in DSGE-Modelle

(Dr. Sabine Gunst)

Aufgabe dieses Projektes ist eine Verknüpfung von Modellen, wie etwa dem Modell von Carlstrom und Fuerst (1997), mit der Such- und Matching-Literatur, um ein DSGE-Modell zu entwickeln, das sowohl Friktionen auf den Finanzmärkten (in Form von Kreditkontrakten) als auch Friktionen auf den Arbeitsmärkten beinhaltet. Die Erweiterung um Arbeitsmarktfriktionen in den Finanzmarktmodellen wurde bisher nur in wenigen Beiträgen betrachtet. Ein Beispiel hierfür ist die Arbeit von Wasmer und Weil (2004), die allerdings in der Beschreibung ihres Modells weder die Modellierung mittels geeigneter Programme noch die Schätzung der Modellparameter durchführen.

Literatur:

Technischer Fortschritt und Entwicklung der Lohnstruktur

(Prof. Dr. J. Antony)

Die wachsende Lohnungleichheit zwischen hoch- und niedrigqualifizierten Angestellten und Arbeitern vor allem in den angelsächischen Ländern ist ein nicht nur unter Ökonomen viel beachtetes Phänomen. Dieses ging einher mit einer Zunahme des relativen Angebots hochqualifizierter Arbeitnehmer; ebenso gleichzeitig beobachtet man höhere Wachstumsraten der Anzahl hochqualifizierter Arbeitnehmer in Wirtschaftssektoren mit hohem Anteil Hochqualifizierter an der Gesamtbelegschaft. Ziel der Forschungsarbeit ist es, einen möglichen Zusammenhang dieser parallelen Entwicklungen mittels theoretischer Modelle abzubilden und so mögliche kausale Strukturen aufzudecken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der  Hypothese des, zu Gunsten bestimmter Qualifikationsgruppen, verzerrten technischen Fortschritts und dessen möglicher Endogenität.

Literatur:

Lohnstarrheit und Arbeitslosigkeit

(Prof. Dr. A. Maußner)

Abschäzung der Arbeitsmarktfolgen starrer Reallöhne im Rahmen statischer und dynamischer Allgemeiner Gleichgewichtsmodelle.

Literatur:

Sozialversicherung und Arbeitsplatzsuche

(M. Holsteuer)

Die Suchtheorie der Arbeitslosigkeit impliziert, daß generöse Lohnersatzleistungen die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit erhöhen. Die empirische Evidenz für diesen analytisch eindeutigen Effekt ist allerdings gemischt. Deshalb werden berechenbare intertemporale Suchmodelle auf dem Rechner implementiert und auf ihren Erklärungsgehalt überprüft. Diese werden zur Untersuchung der Anreizwirkungen verschiedener möglicher Reformmaßnahmen des derzeitigen Systems der Arbeitslosenversicherung herangezogen. Nach Möglichkeit soll eine Reformempfehlung für Deutschland erarbeitet werden.

Literatur:

Steuerpolitik und Beschäftigung

(Dr. Jana Kremer)

Zur Lösung des Beschäftigungsproblems in Deutschland wird u. a. eine generelle Senkung und eine Abflachung der Progression der Einkommensteuer vorgeschlagen. Obwohl sich die positive Wirkung solcher Maßnahmen in statischen Partialmodellen leicht nachweisen läßt, ist die Beziehung zwischen Steuerhöhe und Arbeitslosigkeit in diesen Modellen äußerst schwach. Zudem scheinen sie den Nutzen einer höheren Steuerprogression zu überzeichnen. Andererseits weisen empirische Studien darauf hin, dass ein umfassendes Bild nur in Modellen gewonnen werden kann, die langfristige Einflüsse der Steuerpolitik in der gesamten Volkswirtschaft berücksichtigen. Dies ist Anlaß dafür, die Rolle von Steuerhöhe und -progression in einem dynamischen allgemeinen Gleichgewichtsmodell überlappender Generationen mit heterogenen Agenten und unvollkommenen Arbeitsmärkten zu untersuchen.

Literatur:

Konjunkturzyklus und Zeitallokation

(Dr. André de Beisac)

Aus den bekannten Modellen zum Arbeitsangebot wird deutlich, dass das Arbeitsangebot bzw. im weiteren Sinne, die gesamte Zeitallokation, von einer Reihe von Faktoren abhängig ist, die haushaltsintern sind, aber auch haushaltsextern sein können. Einer dieser haushaltsexternen Faktoren ist der konjunkturelle Zustand einer Ökonomie. Dieser beeinflusst nicht nur direkt die Beschäftigungschancen, sondern über den Reallohn auch die individuelle Optimierung der Zeitallokation. Auf der Grundlage der Daten des GSOEP wird im Rahmen dieses Projektes überprüft, inwiefern ein einfacher Konjunkturindikator in der Lage ist, Veränderungen in der Zeitallokation zu erklären. Dabei zeigt sich, dass die Datenlage den Modellen einer reinen intertemporalen Allokation eher widerspricht. Eine mögliche Erklärung böte ein schwacher Zusammenhang zwischen Konjunktur und Reallohn.

Literatur:

Preise, Wechselkurse und optimale Zentralbankpolitik in Customer-Market-Modellen

(Dr. N. Hristov)

Die Kundenbindung und der Ausbau des Marktanteils stehen im Mittelpunkt einer jeden Marketingpolitik und gehören zu den wichtigsten Bestandteilen einer jeden Unternehmensstrategie. In der makroökonomischen Theorie findet der Kampf um Marktanteile jedoch kaum Beachtung. Im Rahmen dieses Projektes werden basierend auf mikroökonomischen Studien makroökonomische Modelle der geschlossenen- und der offenen Volkswirtschaft entwickelt, die die Interaktion zwischen den Verbrauchern und den um Marktanteile kämpfenden Unternehmen explizit berücksichtigen. Es werden die Möglichkeiten untersucht, durch diese Interaktion die Rigidität nomineller Preise und die unvollkommene Übertragung von Wechselkursschwankungen auf die Importpreise zu erklären sowie einen Beitrag zur Erklärung des konjunkturellen Verlaufs von Preisen, Wechselkursen, Produktion und Beschäftigung zu leisten. Darüber hinaus werden auf Basis dieser Modelle Empfehlungen bzgl. der Gestaltung der Zins- und Geldpolitik der Zentralbank abgegeben.

Literatur: